In Forche war die Hölle los !

 

Rheinstetten (hos). In Forchheim drehte sich am Sonntag alles nur um eins. Der Fasenachtsumzug verwandelte zum Höhe-punkt der tollen Tage die Ortsmitte in eine närrische Hochburg. Strahlender Sonnenschein tat ein Übriges, um Tausende auf die Straßen zu locken, die bei bester Stimmung das bunte Spektakel verfolgten und kräftig mit den zahlreichen Teilnehmern feierten. Dicht gedrängt säumten die Zuschauer die Strecke von der Karlsruher Straße in die Adlerstraße. Ganze Familie vom jüngsten Fastnachter im Kinderwagen bis zu den Großeltern brachte der närrische Lindwurm auf die Beine. An vielen Stellen begleitete lautstarke Musik die „Helau“Rufe. Hästräger, Gestalten aus Tausendundeiner Nacht, Feen und Zwerge, Vampire und andere schillernde Figuren mehr bevölkerten den Ort.

Nach dem Startschuss durch Umzugskomitee-Präsident Roland Stecher und Gerhard Dietz, den von den Narren entmachteten Rathauschef, setzten sich mehr als 60 Gruppen, Motiv- und Komiteewägen sowie Musikzüge in Bewegung. Die Teilnehmer, Vereine und private Zusammenschlüsse von Faschingsfreunden aus Rheinstetten und der Umgebung von Karlsruhe bis ins Albtal ließen sich einiges einfallen. „Wer gern schunkelt, singt und lacht, kommt nach Forchheim zur Fasenacht“, diesem Motto der Privatgruppe Ostermeyer konnte das Publikum nur zustimmen. Lottofeen trafen auf knallbunte „Milchreisknilche“, Tänzerinnen aus Bollywood mitsamt riesigem Elefanten als Kulisse, ein ganzes Krähen-nest und die Holländer vom Forchheimer Jugendelferrat. Sie kamen augenzwinkernd zum Ergebnis: „Alles Käse“. In historischen Kostümen und mit einem rollenden Clubhaus zogen die Sänger von der „Freiheit“ Forchheim mit.

„Der Gestadebruch ist fort, drum ziehen wir Waldmenschen an einen anderen Ort“, lau-tete der Kommentar der Fasenachtsverrückten mit Kind und Kegel zum Standort des neuen Rheinstettener Feuerwehrhauses. Dazu hatten die Waldmenschen auf ihrem Wagen einen fantasievollen Märchenwald dabei. Nicht nur die Mehrwertsteuer, auch der Klimawandel machte den Narren trotz allen Sonnenscheins Sorgen. Schließlich könnte er Riesenschnaken hervorbringen, oder aber Biene Maja schon im Februar fliegen lassen. An Till Eulenspiegel erinner-ten die Forchheimer Sportfreunde. Den Indianern der Freien Turner folgte ein glitzerndes Gefährt voller „Computerviren“ mit jeder Menge Elektronik von der Privatgruppe Schmitt.